Reaktionen

Feedback der SchülerInnen der Dreieichschule Langen nach der Premiere am 10.9.2019

Was waren für dich zentrale Momente im Stück?

  • … das Sich-Angesprochen-Fühlen. Anders als im Unterricht, wo man das Thema des Nationalsozialismus in der Studentenbewegung nur zusammenfast, (…)Zum ersten Mal nahm man die Geschehnisse als „Anwesender“ wahr, das Stück wirkte wie eine Zeitreise. Diese Nähe und Betroffenheit, die dies in einem auslöste, waren für mich sehr zentral.
  • Die Frage, ob wir uns selber, loyal gegenüber sind und dass Sophie ihre eigene Geschichte und Persönlichkeit haben möchte.
  • Besonders interessant empfand ich das Wechseln von Film und Spielen(…)
    Eine sehr amüsante Szene stellte das Kennenlernen zwischen Fritz und Sophie da, da hier die Verkörperung der Charaktere besonders gut gelungen ist.
  • Für mich gab es zwei zentrale Momente. Zunächst, als sich Sophie Scholl (1943) entscheiden musste, ob sie sich für oder gegen ihren Bruder, für oder gegen die Wahrheit und ihre Zukunft entscheidet. Die „eigentliche“ Handlung des Stücks spielt sich ja eigentlich in nur wenigen Sekunden ab, während die Sophie Scholl der heutigen Zeit sich für oder gegen eine Aussage entscheidet. Insofern finde ich dass der Moment der Entscheidung der Sophie Scholl von 1943 eine zentrale Rolle spielt.
    Der Aspekt der Zeit wird noch einmal aufgegriffen, bei der Hinrichtung von Sophie Scholl, die nur sechs Sekunden dauert. Dass hier nochmal eine andere Person beleuchtet wird, die im Gegensatz zu beiden Sophies des Stücks nicht mit ihrem Gewissen zu kämpfen hat (der Henker) empfinde ich auch als zentralen Moment.
  • Toll gelungen ist die Lebenserzählung der „originalen“ Sophie Scholl und die Zwickmühle der neuen Sophie Scholl.
  • Ich fand den Einspieler über ihre Zeit in der Hitlerjugend sehr spannend und interessant. (…) Generell das Zusammenspiel aus Video-Aufnahmen/Einspieler und dem eigentlich Gespielten hat mir sehr gefallen.
  • Das Klassenzimmer als Vorstellungsort finde ich sehr passend.
  • Ich fand das Ende sehr gut, als es immer dramatischer wurde. Man hat richtig mitgefiebert.

Hat das Stück für dich Fragen aufgeworfen? Hat das Stück für dich Relevanz?

  • Ja, ich finde man fragt sich dann immer, was man selbst in dieser Situation getan hätte.
    Für mich selber muss ich ehrlich gesagt gestehen, dass ich, glaube ich, nie den Mut dazu gehabt hätte, so zu handeln wie sie es getan hat.
    Außerdem bin ich der Meinung, dass das Thema zur Zeit wieder sehr wichtig ist, wenn man sich die aktuellen Wahlen anschaut.
    Ich finde, man kann nie genug über dieses Thema reden, vor allem, wenn es wie in diesem Fall so zum Nachdenken anregt.
  • Ja, wie ich mich in Sophies Situation entschieden hätte, ob ich egoistisch handle und an mich selber denke, aber auch mit einem schlechten Gewissen weiterlebe oder wenn ich mich für das Richtige entscheide, was mir aber einen Nachteil bringen würde. Das Stück hat für mich Relevanz, nicht nur um geschichtlich weitergebildet zu werden, sondern um uns selber zu fragen, wer wir sind und wer wir sein möchten. Und auch den Mut haben, unsere Meinungen und Gedanken frei in der Welt äußern zu können, was für unsere heutige Zeit auch sehr wichtig ist, wie zum Beispiel unser Einsatz in der Umwelt oder Frauenrechte.
  • Das Thema Adolf Hitler und Nazis hat besonders für uns Deutsche eine große Rolle. Die meisten Menschen, zum größten Teil die Kinder und folgenden Generationen, wissen meist nicht mehr viel von diesem Thema, obwohl es ein wichtiger Teil unserer Geschichte ist. Mir hat das Stück der Sophie Scholl Interesse geweckt, mich weiter in die Thematik einzulesen, da ich nur das Gelernte aus der Schule wusste.
  • Das Stück beleuchtet das Leben von Sophie Scholl auf eine andere Art und Weise, als es Geschichtsbücher oder Tafelbilder tun, wodurch gleichzeitig auch ein Bezug zu den Schülern hergestellt wird.
  • Das Stück macht das Thema Nationalsozialismus, im Zusammenhang mit Sophie Scholl und der weißen Rose sehr besonders.
    (…) Das Stück ist super für Deutsch-, Powi- und Geschichtsunterricht geeignet.
  • Hat die Bevölkerung nichts von den Untaten in den Konzentrationslagern gewusst? Und wenn sie etwas wussten, wie konnten sie mit diesem Wissen leben, dem Wissen, sie haben Menschenleben auf dem Gewissen.
  • Trotzdem ist in mir die Frage aufgekommen, wie ich handeln würde. Nicht als Sophie Scholl, die Widerstandskämpferin, sondern was meine Entscheidung als Sophie Scholl, die Studentin wäre.
  • Die zentralen Dilemmata der Zivilcourage sind zeitlos.